Bericht über

 

das Zamenhoffest in Bamberg

und die Feier des 100jährigen Bestehens

der Esperanto-Gruppe Bamberg

am Samstag, 20. Dezember 2008

 

 

 

In jedem Dezember begehen die Freunde und Förderer der Internationalen Sprache „Esperanto“ in der ganzen Welt den Geburtstag des Begründers ihrer Sprachbewegung, Ludwik Lejzer Zamenhof.

 

Die Kulturorganisation der Vereinten Nationen, die UNESCO, feierte diesmal an ihrem Sitz in Paris am 15. Dezember den Beginn des Jubiläumsjahres zu dessen 150. Geburtstag. Das dortige Thema hieß „Esperanto, eine gerechte Sprache“. Am 20. Dezember 2008 kamen auch die Mitglieder der Bayerischen Esperanto-Liga nach Bamberg, diesmal, um ihren für Bayern zentralen Zamenhof-Tag im Rahmen der Feier zum 100-jährigen Bestehen der dortigen Ortsgruppe zu veranstalten.

 

Der Tag begann vor dem Dom mit einer sehr interessanten Stadtführung „1000 Jahre Bistum Bamberg“ durch Gästeführerin Lore Kleemann auf Deutsch.

 

Bei einem anschließenden Empfang im Rokokosaal des Bamberger Rathauses betonte der Bamberger Oberbürgermeister Andreas Starke in seinem Grußwort, „die Idee einer Sprache, die es allen Menschen ermöglicht, sich gleichberechtigt und frei verständigen zu können“, sei wichtig gerade in einer Zeit, die  geprägt sei von einer „zunehmenden Globalisierung einerseits und von einem drohenden `Kampf der Kulturen´ andererseits“. Daher sei „Esperanto ein starkes Symbol der Völkerverständigung und aktueller denn je.“

 

Der BELO-Vorsitzende Armin Grötzner dankte dem Oberbürgermeister für die ermutigenden Worte, komme es doch gerade heute, da viele von Esperanto immer noch wenig wissen und ihm trotz ihrer Unkenntnis keine Chance für die Zukunft gäben, darauf an, dass auch von Seiten der Politik die Notwendigkeit einer Sprachenpolitik erkannt werde, die sich an der Gleichwertigkeit der Sprachen und deren Kulturen orientiere. Grötzner wies auf die Zeit der Entstehung der Bamberger Esperantogruppe hin: Damals, vor dem Ersten Weltkrieg, habe es eine Reihe von Bewegungen zum Abbau internationaler Spannungen und zum Brückenschlag zwischen Völkern und Menschen gegeben. Er nannte das durch Henri Dunant ins Leben gerufene Rote Kreuz, die Olympische Bewegung des Pierre de Coubertin, die Friedensbewegung, die über Alfred Nobel von der ihm befreundeten Bertha von Suttner sowie deren Mitarbeiter Alfred Hermann Fried ausging und eben auch die Bewegung für eine leicht erlernbare, allen auf einfache Weise dienliche Sprache, deren Begründer Ludwik Lejzer Zamenhof war. Auch an andere Initiativen wie etwa die Christliche Ökumene oder z.B. die Rotarierbewegung wäre zu denken, alle mit dem Ziel, dem Frieden unter Menschen, Gruppen und Völkern zu dienen.

Diese allzu oft als „idealistisch“ verschrienen Bestrebungen schienen in den Katastrophen des nachfolgenden 20. Jahrhunderts unterzugehen, überlebten aber dank der urmenschlichen Sehnsucht nach Frieden und Verständigung. Die europäische Esperantobewegung, so Grötzner,  setze sich heute ein für eine realistische, vor allem auch gerechte Sprachenpolitik und wolle mitwirken, so ein europäisches Identitätsbewusstsein zu schaffen und zu stärken.

Der Empfang wurde umrahmt von einem in klar verständlichem Esperanto singenden Schülerchor des Clavius-Gymnasiums.

 

Nach dem gemeinsamen Mittagessen im Speisesaal des Bildungshauses Marianum wurde die Veranstaltung in der Bibliothek des Hauses fortgesetzt.

Das Thema des vom Bamberger Romanisten Prof. Dr. Martin Haase gewählten Hauptreferates war „Sprachplanung und Plansprachen“.

Im Anschluss waren die Teilnehmer zu Kaffee und einem liebevoll aufgebauten Kuchenbüfett eingeladen.

Es folgte ein Vortrag von Joachim Böhmeke über „Das Haus vom Nikolaus und seine Geheimnisse“ in Deutsch.

 

Die Vorträge wurden musikalisch umrahmt mit Esperanto-Liedern, komponiert und vorgetragen von Sergey Orlowsky aus Nürnberg.

Unter seiner musikalischen Begleitung wurde die Veranstaltung mit dem gemeinsamen Gesang der Esperantohymne "La espero" kurz vor 17.00 Uhr beendet.

 

Während der Veranstaltung stand auch ein interessanter Esperanto-Büchertisch zur Verfügung.

 

Zusammenfassend muss gesagt werden, dass die Teilnehmer unvergessliche Stunden im Kreise Gleichgesinnter erleben konnten.

 

Unser besonderer Dank gilt dem Oberbürgermeister der Stadt Bamberg Andreas Starke, der Gästeführerin Lore Kleemann, den fleißigen Bamberger Esperantofreunden und -freundinnen, insbesondere Martin Turban, Martin Haase und Joachim Böhmeke sowie Sergey Orlowsky aus Nürnberg und den Mitarbeitern und Küchenpersonal des Bildungshauses Marianum.

Sie alle trugen zum Gelingen dieser Veranstaltung bei.

 

gez. Armin Grötzner, 1. Vorsitzender

 

 

Zu einem Kurzbericht in Esperanto